Durchfall kann den Alltag schnell ausbremsen. Der Bauch rumort, der Appetit sinkt, und man sucht nach etwas, das den Magen nicht noch mehr reizt.
Reiswasser ist dafür ein einfaches Hausmittel. Es kann den Darm schonen und dabei helfen, Flüssigkeit zuzuführen. Es ersetzt aber keine richtige Behandlung, wenn die Beschwerden stärker sind oder länger anhalten.
Wichtig ist deshalb nicht nur die Zubereitung. Entscheidend ist auch, wann Reiswasser sinnvoll ist, wie viel Sie trinken sollten und wann ein Arzt nötig wird.
Wann Reiswasser bei Durchfall sinnvoll ist
Reiswasser passt vor allem bei leichtem, kurzfristigem Durchfall. Dann ist der Darm oft gereizt, aber nicht stark krank. Die milde Stärke im Reiswasser kann den Stuhl etwas binden, und die lauwarme Flüssigkeit belastet den Magen meist wenig.
Bei einfachem Magen-Darm-Infekt, nach ungewohntem Essen oder wenn Sie sich insgesamt empfindlich fühlen, kann das helfen. Viele vertragen auch gekochten Reis gut. Einen guten Überblick über passende Schonkost finden Sie bei Was essen bei Durchfall? Diese drei Rezepte helfen.
Trotzdem gilt: Reiswasser ist kein Heilmittel. Es wirkt unterstützend, nicht kurativ. Bei starkem Flüssigkeitsverlust braucht der Körper mehr als Stärke und Wasser, nämlich vor allem Elektrolyte. Deshalb ist Reiswasser eher ein sanfter Baustein als die einzige Antwort.
Bei mildem Durchfall kann Reiswasser den Bauch entlasten. Bei starkem oder blutigem Durchfall reicht ein Hausmittel nicht aus.
Auch die Reissorte spielt keine große Rolle. Wichtig ist, dass Sie den Reis gut garen und das Wasser sauber abgießen. Wer eine ähnliche Erwachsenen-Anleitung sucht, findet bei Reiswasser bei Durchfall: Anleitung für Erwachsene eine weitere praktische Beschreibung.
Reiswasser in 5 einfachen Schritten zubereiten
Für ein gut verträgliches Reiswasser brauchen Sie nur wenige Zutaten. Am besten kochen Sie es frisch, damit es hygienisch sicher bleibt.
Sie brauchen:
- 50 g weißer Reis
- 1 Liter Wasser
- optional eine kleine Prise Salz
So geht es:
- Spülen Sie den Reis in einem Sieb kurz ab. So entfernen Sie Staub und überschüssige Stärke.
- Geben Sie den Reis mit 1 Liter Wasser in einen Topf.
- Bringen Sie alles zum Kochen und lassen Sie es dann 20 bis 25 Minuten leicht köcheln.
- Rühren Sie zwischendurch einmal um, damit nichts ansetzt.
- Lassen Sie das Ganze 10 Minuten stehen und gießen Sie es dann durch ein feines Sieb ab.
Das aufgefangene Wasser ist Ihr Reiswasser. Es sollte lauwarm oder bei Raumtemperatur getrunken werden. Sehr kalte Getränke können den Bauch zusätzlich reizen.

Wenn Sie möchten, können Sie eine kleine Prise Salz dazugeben. Das macht das Getränk nicht zu einer Elektrolytlösung, kann aber den Geschmack abrunden. Für Säuglinge, kleine Kinder und Risikopersonen ist Selbstbehandlung trotzdem keine gute Idee.
So trinken Sie es richtig
Bei Durchfall zählt nicht nur, was Sie trinken, sondern auch wie. Kleine Schlucke sind besser als ein großes Glas auf einmal. So bleibt der Magen ruhiger.
Für Erwachsene sind meist 100 bis 150 ml pro Portion passend. Trinken Sie langsam und beobachten Sie, wie Ihr Bauch reagiert. Wenn Sie es gut vertragen, können Sie über den Tag verteilt 3 bis 5 kleine Portionen nehmen.
Ein sinnvoller Ablauf sieht so aus:
- morgens 100 bis 150 ml lauwarm
- später am Vormittag noch einmal eine kleine Portion
- danach je nach Verträglichkeit weitere kleine Mengen
- bei starkem Durst zusätzlich Wasser oder Tee
Reiswasser sollte Ergänzung, nicht Ersatz sein. Sie brauchen auch normales Trinken, am besten Wasser oder milden Tee. Bei stärkerem Durchfall sind Elektrolytlösungen aus der Apotheke oft die bessere Wahl.
Wer etwas Festes essen mag, greift am besten zu Schonkost. Dazu gehören Reis, Zwieback, Banane oder Apfelmus. Mehr dazu finden Sie auch bei Reis bei Durchfall? Das wird empfohlen.

Trinken Sie lieber kleine Mengen öfter. Der Darm reagiert darauf meist ruhiger als auf große Schlucke.
Bewahren Sie übrig gebliebenes Reiswasser im Kühlschrank auf und verbrauchen Sie es innerhalb von 24 Stunden. Riecht es seltsam oder sieht es verändert aus, gehört es weg.
Was den Darm zusätzlich entlastet
Reiswasser hilft mehr, wenn Sie den Darm insgesamt schonen. Das heißt vor allem: wenig Fett, wenig Zucker und keine Reizstoffe.
Gut verträglich sind oft einfache Speisen wie:
- gekochter Reis
- Banane
- geriebener Apfel
- Kartoffelbrei ohne viel Fett
- klare Brühe

Weniger günstig sind dagegen:
- fettige oder stark gewürzte Speisen
- Alkohol
- Kaffee
- sehr süße Getränke
- größere Mengen Milch, wenn Sie darauf empfindlich reagieren
Auch Ruhe hilft dem Körper. Wer sich schont, isst meist automatisch langsamer und trinkt bewusster. Das entlastet den Bauch oft mehr, als man denkt.
Starke Mahlzeiten brauchen Sie in den ersten Stunden meist nicht. Wenn der Hunger zurückkommt, beginnen Sie klein. Ein halber Teller reicht oft schon.
Wann Sie nicht abwarten sollten
Reiswasser ist für leichte Beschwerden gedacht. Bei bestimmten Warnzeichen sollten Sie nicht auf Hausmittel setzen.
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn:
- der Durchfall stark ist oder länger als 2 bis 3 Tage anhält
- Blut, Schleim oder schwarzer Stuhl dabei ist
- Fieber dazukommt
- starke Bauchschmerzen auftreten
- Sie kaum trinken können oder alles wieder erbrechen
- der Mund trocken ist, der Urin dunkel wird oder Schwindel auftritt
- Sie sich sehr schlapp fühlen
Bei Säuglingen gilt besondere Vorsicht. Auch kleine Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit chronischen Krankheiten sollten früher ärztlich abgeklärt werden. Für diese Gruppen kann Durchfall schneller gefährlich werden.
Wenn Sie merken, dass der Körper austrocknet, warten Sie nicht ab. Dann ist eine Elektrolytlösung aus der Apotheke oft wichtiger als jedes Hausmittel. Blutiger Durchfall gehört ebenfalls sofort in ärztliche Hände.
Reiswasser kann beruhigen, ersetzt aber keine Abklärung
Reiswasser bei Durchfall ist ein einfaches, mildes Hausmittel. Richtig zubereitet, lauwarm getrunken und in kleinen Mengen kann es den Darm entlasten.
Der wichtigste Punkt bleibt trotzdem derselbe: leichte Beschwerden können Sie mit Reiswasser begleiten, starke Beschwerden gehören abgeklärt. Wer auf Warnzeichen achtet und den Körper nicht überfordert, nutzt das Hausmittel sinnvoll und sicher.
So bleibt Reiswasser das, was es sein soll, eine sanfte Unterstützung für den Bauch, nicht mehr und nicht weniger.
