Ein Ohr fühlt sich plötzlich zu, drückt oder knackt bei jedem Schlucken? Das passiert bei einer Erkältung oft, weil die Schleimhäute anschwellen und der Druckausgleich stockt. Das Gefühl ist unangenehm, wirkt aber in vielen Fällen vorübergehend.
Trotzdem möchten die meisten nicht nur warten. Sanfte Maßnahmen können den Druck lindern, die Nase freier machen und das Ohr entlasten. Wichtig bleibt dabei: Hausmittel helfen oft nur bei leichtem Ohrendruck, sie ersetzen keine ärztliche Abklärung.
Warum der Druck im Ohr bei Erkältung entsteht
Bei einer Erkältung schwillt die Nase an. Dadurch wird die Verbindung zwischen Nase und Mittelohr, die Ohrtrompete, enger. Genau dort soll der Druck sonst ausgeglichen werden.
Wenn dieser Weg schlechter frei ist, entsteht ein Gefühl wie bei Start und Landung im Flugzeug. Das Ohr klingt dumpf, knackt vielleicht, und manchmal hört sich alles etwas gedämpft an. Ein verständlicher Überblick dazu findet sich auch bei Ohrendruck lösen bei Erkältung.
Meist bessert sich das, wenn die Erkältung abklingt. Trotzdem gilt: Wenn der Druck einseitig stark ist oder in Schmerzen übergeht, sollte das nicht einfach ausgesessen werden.
Sanfte Unterstützung für den Alltag
Ruhe ist kein Wundermittel, aber sie hilft dem Körper beim Heilen. Wer sich schont, trinkt und die Nase nicht ständig reizt, gibt den Schleimhäuten bessere Bedingungen, um abzuschwellen. Auch Wärme kann angenehm sein, etwa durch eine warme Tasse Tee, eine Decke oder einen kurzen Aufenthalt in einem nicht zu trockenen Raum.

Ein leicht erhöhtes Kopfteil beim Schlafen kann ebenfalls helfen. So staut sich das Sekret in der Nase oft weniger stark. Wenn die Nase nachts völlig dicht macht, fühlt sich auch das Ohr am Morgen meist noch voller an.
Inhalation mit Wasserdampf
Inhalieren kann die Nasenschleimhaut befeuchten und das Abfließen von Sekret erleichtern. Das entlastet das Ohr indirekt, weil die Ohrtrompete wieder freier arbeiten kann.

Wichtig ist die richtige Anwendung. Nutzen Sie heißes, aber nicht kochendes Wasser und halten Sie ausreichend Abstand, damit Sie sich nicht verbrühen. Eine einfache Inhalation mit klarem Wasserdampf oder Kochsalzlösung reicht meist aus. Ätherische Öle sind bei empfindlichen Atemwegen oft keine gute Idee, weil sie reizen können.
Bei kleinen Kindern gehört das nicht unbeaufsichtigt in den Alltag. Auch wer zu Asthma, starker Reizung oder Kreislaufproblemen neigt, sollte vorsichtig sein.
Genug trinken, damit Sekret dünn bleibt
Flüssigkeit macht den Schleim nicht sofort weg, aber sie kann ihn dünnflüssiger machen. Dann lässt er sich leichter abtransportieren. Das entlastet Nase und Nebenhöhlen, und das kann auch den Ohrdruck beruhigen.
Am besten eignen sich Wasser, milde Tees oder Brühe. Viele trinken bei Erkältung zu wenig, weil sie sich schlapp fühlen oder keinen Appetit haben. Kleine Schlucke über den Tag verteilt sind oft leichter als große Mengen auf einmal.
Sehr heiße Getränke sind nicht nötig. Lauwarm oder warm reicht völlig. Alkohol und Zigarettenrauch reizen die Schleimhäute eher zusätzlich und können die Beschwerden verlängern.
Nasenspülung mit Kochsalz
Eine Nasenspülung oder ein Kochsalz-Nasenspray kann helfen, Schleim und Reizstoffe aus der Nase zu entfernen. Das ist kein direkter Eingriff ins Ohr, wirkt aber an der Stelle, an der der Druck entsteht.
Am einfachsten sind fertige Kochsalzlösungen aus der Apotheke. Wer spült, sollte nur sauberes, abgekochtes und wieder abgekühltes Wasser verwenden. So sinkt das Risiko, Keime in die Nase zu bringen.
Die Spülung sollte angenehm bleiben. Wenn sie brennt, stark drückt oder danach die Ohren noch voller wirken, lieber aufhören und später ärztlich nachfragen. Gerade bei häufiger Nasenreizung ist weniger oft mehr.
Abschwellende Maßnahmen und vorsichtiger Druckausgleich
Wenn die Nase sehr dicht ist, können abschwellende Nasensprays kurzfristig helfen. Sie sollten aber nur so lange und so oft verwendet werden, wie es die Packungsbeilage vorgibt. Zu lange Anwendung kann die Schleimhaut sogar zusätzlich reizen.
Ein zu kräftiger Druckausgleich kann mehr schaden als helfen. Sanft ist hier die richtige Richtung.
Für den Druckausgleich helfen oft schon einfache Dinge: gähnen, schlucken, Kaugummi kauen oder kleine Schlucke trinken. Auch kräftiges Schnäuzen ist keine gute Idee, weil es den Druck ins Ohr drücken kann. Besser ist es, die Nase nacheinander nur sanft zu reinigen.
Wer einen vorsichtigen Druckausgleich versucht, sollte nie gegen starke Schmerzen arbeiten. Sobald das Ohr dabei sticht, pocht oder sich schlechter anfühlt, wird abgebrochen. Mehr Druck ist in diesem Moment keine Lösung.
Was Sie besser nicht tun sollten
Bei Ohrendruck kursieren viele Tipps, die harmlos wirken, aber Probleme machen können. Das Ohr ist empfindlich, und nicht jedes Hausmittel passt zu jeder Situation.
- Stecken Sie keine Wattestäbchen ins Ohr.
- Träufeln Sie keine Öle oder Tropfen ins Ohr, wenn die Ursache unklar ist.
- Machen Sie keine heftigen Druckausgleichsversuche.
- Warten Sie nicht, wenn Schmerzen stärker werden oder das Hören nachlässt.
Gerade bei Ohrenschmerzen lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Beschwerden. Eine gute Übersicht dazu bietet auch das Sanitas-Magazin zu Ohrenschmerzen.
Wann Hausmittel nicht mehr reichen
Hausmittel sind für leichte Beschwerden gedacht. Sie können die Erkältung nicht heilen und ersetzen keine Untersuchung, wenn sich Warnzeichen zeigen.
Lassen Sie das Ohr ärztlich prüfen, wenn eines davon dazukommt:
- starke oder zunehmende Ohrenschmerzen
- Fieber
- Hörminderung oder ein deutlich dumpfes Hören
- Schwindel
- Ohrfluss oder eitriges Sekret
- Beschwerden, die nach einigen Tagen nicht besser werden
- wiederkehrender Ohrendruck, der immer auf derselben Seite auftritt
Bei Kindern sollte man eher früher als später abklären lassen. Dasselbe gilt, wenn Sie unsicher sind, ob es nur Erkältungsdruck oder schon eine Mittelohrentzündung ist. Gerade bei starken Schmerzen oder Fieber ist Abwarten keine gute Idee.
Schlussgedanken
Ohrendruck bei Erkältung fühlt sich schnell lästig an, ist aber oft die Folge einer geschwollenen Nase. Dann helfen vor allem Wärme, Flüssigkeit, Kochsalz und sanfte Entlastung.
Wichtig bleibt die Grenze zwischen Selbsthilfe und Abklärung. Wenn der Druck in Schmerzen kippt, das Hören schlechter wird oder Schwindel und Fieber dazukommen, gehört das ärztlich angeschaut.
